Das Pferdeauge ist ein hochsensibles Organ, dessen Erkrankungen nicht unterschätzt werden dürfen. Ein Übersehen von Detailinformationen kann zum Verlust der Sehkraft oder zur Entfernung des Auges führen.

Anatomie des Auges

  1. Hornhaut (Kornea)
  2. weiße Augenhaut (Lederhaut, Sklera)
  3. vordere Augenkammer, mit wässriger Flüssigkeit gefüllt
  4. Regenbogenhaut (Iris)
  5. Pupille
  6. Linse, 6a Linsenvorderfläche, 6b Linsenrückfläche
  7. Glaskörper (zähe, "wackelpeterartige" Substanz, elektronenmikroskopisch Gitternetz)
  8. Augenhintergrund mit Netzhaut
  9. Sehnerv in Richtung Gehirn

Daher ist es wichtig, dass beim Auftreten von Symptomen wie Tränenfluss, Zukneifen des Auges, Schmerzhaftigkeit oder Schwellung kurzfristig der Tierarzt zu rate gezogen wird. Selbstverständlich ist das bei Verletzungen am oder um das Auge, da es dort auf Stunden ankommen kann.

Verletzungen der HornhautVerletzung LidPeriodische Augenerkrankung

  • Entzündungen (z.B. Bindehaut, Hornhaut, inneres Auge)
  • Veränderungen einzelner Strukturen des Auges (z.B. Katarakt, Glaukom, Netzhautablösung)
  • Zubildungen (z.B. Plattenepithelkarzinom)

Untersuchungsmöglichkeiten

ERG (Elektroretinogramm) zur Bestimmung der vorhandenen Sehfähigkeit

Das Elektroretinogramm ist ein diagnostisches Hilfsmittel zur Untersuchung der Netzhautfunktion. Dabei werden Lichtreize appliziert und die darauf von der Netzhaut gebildeten elektrischen Potenziale mittels mehrerer Elektroden aufgezeichnet. Diese Potenziale spiegeln die elektrische Aktivität der Zapfen und Stäbchen, sowie der Bipolarzellen wieder.

Tonometrie

Mit Tonometrie wird die Messung des Augeninnendrucks bezeichnet, dessen Erhöhung in der Regel ein wichtiges, jedoch nicht das einzige Zeichen für einen Grünen Star (Glaukom) darstellt. Verfahren, bei denen es zwischen Auge und Messgerät zu einem direkten Kontakt kommt, erfordern zuvor eine lokale Betäubung der Hornhaut mittels Tropfen, damit die Messung schmerzfrei verläuft.

Ophthalmoskopie

Bei der direkten Ophthalmoskopie verwendet der Tierarzt einen elektrischen, handgehaltenen Augenspiegel (Ophthalmoskop). Das Licht dieses Augenspiegels wird so in das Pferdeauge gelenkt, dass der Arzt ins Innere blicken kann, ohne geblendet zu werden. Durch die stärkere Vergrößerung im Vergleich zur indirekten Ophthalmoskopie lassen sich Details besser wahrnehmen.

Spaltlampe

Die Spaltlampe ist ein medizinisches Untersuchungsgerät, mit dem der Tierarzt die Augen stereoskopisch bzw. räumlich betrachten kann. Dieses optische Gerät bietet dem Nutzer die Möglichkeit, einen scharf begrenzten spaltförmigen Lichtstrahl, der in seiner Breite einstellbar ist, auf das zu untersuchende Auge zu projizieren. Mit der Spaltlampe wird der vordere Augenbereich mit Linse, Hornhaut und vorderer Augenkammer betrachtet.

Ziel jeder Behandlung ist die Wiederherstellung der Sehkraft eines schmerzfreien, voll funktionsfähigen Auges.

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