Bereits vor oder spätestens in der Operation wird der Patient antibiotisch abgedeckt. Je nach Schwere des Eingriffs erfolgt die Gabe über fünf bis sieben Tage. In der OP werden zunächst Anteile des Darmkonvolutes vorgelagert, verlagerte Darmanteile reponiert und im Falle einer schweren Schädigung unter Umständen Darmanteile resiziert.

Nach dem der Patient aus der Vollnarkose erwacht ist und wieder sicher auf seinen Beinen steht wird üblicherweise als erstes erneut eine Magensondierung durchgeführt und falls erforderlich Mageninhalt abgehebert. Situationsabhängig wird dieses in regelmäßigen Abständen wiederholt.
Anschließend wird der Venenkatheter für die Narkose gezogen und je nach Erfordernis ein Langzeitvenenverweilkatheter unter aseptischen Bedingungen eingelegt. Venöses Blut wird entnommen und ein kleines Blutbild mit Hämatokrit und Totalproteinbestimmung, sowie eine Blutgasanalyse durchgeführt. Ergibt sich daraus oder aus den Befunden vor und während der OP die Notwendigkeit einer Infusionsbehandlung, wird diese den Erfordernissen entsprechend eingeleitet.

Anfangs erfolgt eine stündliche Kontrolle des Patienten (Puls und Atemfrequenz, Darmperistaltik, Habitus, Kot- und Harnabsatz usw.) wobei routinemäßig bis zum Einsetzen einer deutlich hörbaren Darmperistaltik verbunden mit dem ersten Kotabsatz ein Medikament zur Unterstützung der Darmtätigkeit verabreicht wird. Anschließend werden die Überwachungs- und Injektionsintervalle der aktuellen Situation angepasst. Die erste Wasser und Futteraufnahme, in der Regel Heu erfolgt frühestens nach 4 Stunden, nach einer Darmresektionen deutlich später. Ab dem 2. Tag nach der Operation werden die Patienten mehrmals täglich wenige Minuten geführt. Bei komplikationslosem Verlauf werden die Patienten mit dem Ende der antibiotischen Behandlung nach 5-7 Tagen nach Hause entlassen. Wir nähen inzwischen die Hautnaht mit resorbierbarem Nahtmaterial, so dass wenn keine Probleme mit der Wundheilung auftreten ein Fädenziehen nicht unbedingt erforderlich ist. Andernfalls sollte der Hautfaden nach 14-16 Tagen gezogen werden.

Die Gesamtdauer der Rekonvaleszenz orientiert sich bei unkompliziertem Verlauf in erster Linie an der Länge der Laparatomiewunde. Je nachdem empfehlen wir Boxenruhe mit mehreren Minuten kontrollierter Schrittbewegung an der Hand für 4-6 Wochen. Anschließend raten wir zu weiteren 4-6 Wochen kontrollierter Bewegung an der Hand, einer Führmaschine oder unter dem Sattel bis zu 2 mal 30 Minuten täglich. Gegen Ende der Zeit kann auch schon ein wenig getrabt werden. In der Regel kann nach 12 Wochen wieder mit normaler Arbeit und unkontrolliertem Weidegang begonnen werden. Hinsichtlich der Fütterung empfehlen wir in den ersten Monaten die Heu und Kraftfutterration der Belastung angepasst auf 4mal täglich zu verteilen und auf Grund der reduzierten Bewegung Mash und Paraffinöl im Sinne einer abführenden Fütterung beizugeben.

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