Ein Arthroskop ist ein spezielles Endoskop. Es besteht aus einem optischen System von Stablinsen, einer Lichtquelle und meist einer Spül- und Absaugvorrichtung. Außerdem besitzt das Arthroskop Arbeitskanäle, durch die chirurgische Instrumente für kleine operative Eingriffe eingeführt werden können. Oft ist die Optik dieses Endoskops zur Arbeitserleichterung über eine Kamera mit einem Monitor verbunden. Der Arzt kann mit diesem Arthroskop also ähnlich wie mit einer Kamera direkt die Gelenkstrukturen betrachten.

Technische Grundlage

ArthroskopDas Arthroskop besteht aus einem Rohr (Trokarhülse) und der Optik. Durch einen etwa 5 mm langen Hautschnitt wird die Trokarhülse mit einer Spitze (Trokar) in das Gelenk vorgeführt. Der Trokar wird anschließend durch die Hülse hindurch wieder aus dem Gelenk herausgezogen. Durch die im Gelenk verbleibende Hülse wird dann die Optik in das Gelenk eingeführt. Zusätzlich werden an das Arthroskop zwei Schläuche angeschlossen. Durch einen Schlauch wird Flüssigkeit in das Gelenk eingebracht, der andere dient zum Absaugen der Flüssigkeit. Für den operativen Eingriff ist ein zweiter Hautschnitt ebenfalls mit einer Länge von ca. 5 mm notwendig, durch den die kleinen Operationsinstrumente in das Gelenk eingebracht werden können.

Gelegentlich wird eine separate Zuleitung für Flüssigkeit, eine so genannte Spülkanüle, durch einen dritten kleinen etwa 5 mm langen Hautschnitt oberhalb der Kniescheibe in das Gelenk eingeführt.

Durchführung

Durchführung der ArthroskopieDie Arthroskopie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Die Indikation für diese Maßnahme kann diagnostisch oder therapeutisch sein. Im Normalzustand ist der Gelenkinnenraum zwischen Gelenk-kapsel und den knöchernen Struk-turen nur ein schmaler Spalt. Er bietet somit wenig Platz für die Untersuchung und den operativen Eingriff. Für die Arthroskopie wird deshalb das Gelenk mit Flüssigkeit (zum Beispiel mit physiologischer Kochsalzlösung) aufgefüllt. Dies erlaubt eine gute Sicht auf die einzelnen Strukturen. Nach Beendigung der arthroskopischen Operation wird die Flüssigkeit abgesaugt. Die für die Operation benötigten kleinen Öffnungen werden vernäht. Ein keimfreier (steriler) Verband wird angelegt. Anschließend wird die Narkose beendet.

Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete der Arthroskopie

Degenerative (verschleißbedingte) oder traumatische Veränderungen, wie z.B. Chips (freie Gelenkkörper), können entfernt und Knorpelzysten aufgefüllt werden. Knorpel-schäden können geglättet werden.

In der arthroskopischen Gelenkspülung (Lavage) kann die Zusammensetzung einer mit Entzündungsprodukten angereicherten Gelenk-flüssigkeit durch Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung verbessert werden.

während der Operation angefertigtes  Röntgenbild Ein noch in der Operation angefertigtes Röntgenbild dokumentiert den Erfolg. Je nach arthroskopiertem Gelenk können die Pferde einen bis drei Tage nach dem Eingriff nach Hause entlassen werden. Vorteile dieses minimalinvasiven Eingriffes sind die geringen Schmerzen nach der OP, eine kürzere Heilungszeit und eine schnellere sportliche Belastbarkeit des Pferdes.
 

Anwendungsgebiete
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