Eine genaue diagnostische Abklärung einer solchen Störung des Bewegungsablaufes wird als Lahmheitsuntersuchung bezeichnet. Eine solche Lahmheitsuntersuchung umfasst im Regelfall verschiedene Einzelschritte.

Zunächst einmal werden im Rahmen der sogenannten Anamnese allgemeine Angaben zu Ihrem Pferd aufgenommen. Je nach vorliegendem Problem kommt es im Anschluss zu einer Adspektion und Palpation des Bewegungsapparates bzw. bestimmter Körperregionen. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf den gesamten Körperbau, die Körperhaltung und die Belastung der einzelnen Gliedmaßen, so wie auf lokale Schwellungen oder Verdickungen gelegt.
Um uns ein genaues Bild von der Lahmheit Ihres Pferdes zu machen ist es im Anschluss notwendig Ihr Pferd in der Bewegung zu beurteilen und eventuell verschiedene Provokationsproben wie z. B. Beugeproben, Streckproben oder Druckproben durchzuführen. Hierfür stehen uns sowohl überdachte, als auch freie Trabbahnen, ein speziell gepflasterter Zirkel, so wie eine Longierhalle, ein 20 x 60 m großer Außenplatz und eine 20 x 40 m große Bewegungshalle zur Verfügung.

Je nach vermuteter Lahmheitsursache werden im Anschluss zunächst Röntgenbilder der betroffenen Gliedmaße angefertigt oder wir beginnen mit dem Anästhesieren Ihres Pferdes.
Hierbei wird das betroffene Pferdebein von unten nach oben in kleinen Schritten anästhesiert um den Lahmheitsverursachenden Bereich der betroffenen Gliedmaße ausfindig zu machen.
Sollte Ihr Pferd nach einer bestimmten Anästhesie lahmheitsfrei sein, ist es in Einzellfällen notwendig zusätzliche spezifische Gelenksanästhesien durchzuführen.
Sobald ein bestimmter Bereich am Pferdebein als ursächlicher Bereich identifiziert wurde ist es notwendig zusätzliche Röntgenaufnahmen (siehe Röntgen) anzufertigen oder sonographische Untersuchungen (siehe Ultraschall) durchzuführen.
Je nach Diagnose wird mit Ihnen im Anschluss an die Untersuchung ein speziell auf die Problematik Ihres Pferdes angefertigte Therapievorschlag unterbreitet. (siehe Beschreibungen einzelner Therapien)

In einigen Fällen ist auf Grund einer schwierig zu beurteilenden geringgradigen Lahmheit, oder eines hochgradig wiedersetzlichen Pferdes nicht möglich Leitungsanästhesien durchzuführen, in solchen Fällen empfehlen wir eine Szintigraphie zur Ursachenbestimmung durchzuführen. (siehe Szintigraphie)
 

 

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